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Für einen Silberling Spaß und Freude - 2. Historischer Markt in Großbottwar

15.10.2007. Sonniges Herbstwetter und die mittelalterliche Kulisse der Stadt boten beste Voraussetzung, dass auch der 2. historische Markt ein voller Erfolg wurde. Angespornt durch die überaus positive Resonanz auf den 1. Markt, der anlässlich des Stadtjubiläums stattfand, hatte sich der Verein Miteinander Attraktives Großbottwar entschlossen, das Spektakel auch in diesem Jahr durchzuführen.

Fast 8 000 Besucher, teilweise in prächtige historische Trachten gekleidet, zahlten bereitwillig 1 Silberling Wegezoll, um in das fröhliche Treiben einzutauchen. Eröffnet wurde der Markt durch den Herold Frank Goutier, der auf launige Weise die Marktbestimmungen bekannt gab. „Kein Händler darf Euch bescheißen. Eine Elle ist eine Elle.“, versprach er feierlich dem „Volk“ und forderte die Besucher auf, sich mitreißen zu lassen, zu prüfen, was in den 50 Verkaufsständen angeboten wird und dann auch „den Taler locker aus der Hosentasche wandern“ zu lassen. Dazu spielte die Kapelle Camino Tres unter Leitung von Wolfgang Bock mittelalterliche Weisen.

Angeboten wurden edles Geschmeide, Gewürze und indische Waschnüsse, Essig und Sirup, Schlafkissen mit Lavendel, Seifen, Liköre und Kräuter, Trinkhörner, Schwerter und Säbel, Wappenschilder, Holzbesteck und Tierfelle, wie auch selbst gemalte Schilder mit dem „Hausdrachen“, der am Hauseingang angebracht für Frieden im Haus sorgt. In der besonders stimmungsvollen Markthalle im Untergeschoss des Rathauses boten „Händler“ der Region ihre köstlich duftenden Waren aus der regionalen Landwirtschaft an.

Auch Speis und Trank gab es reichlich. Die Schnapsverkäuferin Heike verlockte mit ihrer tiefen Stimme die Besucher zu einem oder auch mehreren Probeschlücken aus ihrem reichen Sortiment. Köstlicher Duft von frischen Riesenbrezeln und gegrilltem Fleisch und Rauch zogen durch die Gassen und verbreiteten mittelalterliche Atmosphäre, wie auch die Strohballen, die zum gemütlichen Sitzen gedacht waren, aber bald den Kindern als Tummelplatz dienten. Nach kurzer Zeit schon waren Marktplatz und die umliegenden Straßen mit Stroh bedeckt – ungeplant absolut mittelalterliches Flair!

Korbflechter, Schmied und Sattler zeigten wie meisterhaft sie das alte Handwerk beherrschten, und Gaukler, Geschichtenerzähler, das kleinste Riesenrad der Welt, Landsknechte, Tänzer, die Musikgruppe „Patapan“, das Theater „Löwenherz“, das Mäuseroulette, die Fahnenschwinger und Degenfechter aus Tschechien, gut gespielte Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Händlern lautstark ausgetragen, sorgten für Belustigung, Begeisterung und ausgezeichnete Stimmung.

Am Abend wirkte Großbottwar endgültig authentisch mittelalterlich. Die moderne Straßenbeleuchtung war ausgeschaltet, schmiedeiserne Leuchter, Schwedenfeuer, Fackeln, Kerzenlicht und die beleuchteten Fenster der Häuser brachten Licht auf den Marktplatz und die ansonsten dunklen Straßen durch die der Nachtwächter ging. Schon im letzten Jahr ein großer Erfolg, war das Interesse an der nächtlichen Stadtführung in diesem Jahr noch erheblich größer, so dass 5 Führungen durchgeführt werden konnten. Beide „Nachtwächter“ ließen die Zeit aufleben, als der Nachtwächter nicht nur für Zucht und Ordnung sorgte, sondern auch aufpasste, dass in den engen Gassen und eng stehenden Häusern kein Feuer ausbrach. Spannend wurden die Führungen auch durch verschiedene kleine Theaterszenen durch Laienspieler. So erlebten die Besucher einen fensterlnden „Hallodri“, einen Überfall und die Verhaftung des Schuldigen, eine Frau, die mit Gezeter und Nudelholz ihren betrunkenen Mann nach Hause trieb und Pesttote in einer Schubkarre. Der Rundgang endete in einem gemütlichen Hof. Dort wurde allen ein Gläschen Großbottwarer Festwein angeboten, ein wunderschöner Ausklang eines gelungenen, farbenfrohen, heiteren Markttages.

MAG - miteinander attraktives Grossbottwar, Jutta Seifriz

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Programmierung und Design: MAURER Kommunikationsdesign, Großbottwar.