Helden des Mittelalters
23.09.2010. Wenn Ritter kämpfen, Feuerspucker ihrem spektakulären Werk nachgehen und Scharfrichter gnadenlos agieren, dann ist das nichts für schwache Nerven. Unvergesslich ist es aber in jedem Fall. Auf dem Historischen Markt findet man auch die Helden des Mittelalters.
Die Schwerter tanzen bei den spannenden Schaukämpfen, die glücklicherweise völlig unblutig verlaufen. Die Show hat es in sich, schnell vergisst das Publikum, dass die mutigen Kämpfer in den Kettenhemden einer vorgegebenen Choreographie folgen. Nicht zu verachten sind auch die Feuerspucker, die lodernde Lanzen in den nächtlichen Himmel speien und in eine feurige Welt voller Fantasie, Zauberei und Poesie entführen. Zum Mittelalter gehören aber auch die Scharfrichter, die einst Schandtaten bestraften und deren Verhörmethoden alles andere als harmlos waren. Erstmals dabei ist eine Gruppe aus Konstanz, die sich dieses Themas annimmt und gleichzeitig mit einigen Mythen aufräumt. Die gezeigten Folterinstrumente wie beispielsweise die Schandgeige sind nachgebaut, jeder kann sie anfassen und unter Aufsicht ausprobieren. Im Gegen- satz zu damals wird aber niemand verletzt. Der Scharfrichter erzählt derweil aus seinem Alltag und seinem Leben. Und da ging es nicht immer aufsehenerregend zu. Denn der Scharfrichter beschäftigte sich noch mit vielen anderen, ganz unspektakulären Dingen.
Er war beispielsweise für die Beseitigung der Abwässer zuständig, sammelte Kadaver ein und entsorgte sie, außerdem fing er streunende Hunde ein. Die Mitglieder der Scharfrichter-Gruppe aus Konstanz üben im normalen Leben ganz verantwortungsvolle Berufe aus und ihre Präsenz auf Mittelalter-Märkten ist für einen guten Zweck. Sie sammeln nämlich für einen Verein, der sich für die Einrichtung einer Babyklappe im Landkreis Konstanz einsetzt.
Eine Augenweide sind auch stets die Fahnenschwinger aus der Fuggerstadt Weißenhorn. Deren Wurf- und Großfahnen sind alle selbst bemalt, sie zeigen die Wappen der Städte Weißenhorn, Neu-Ulm, Füssen, des Landkreises Neu-Ulm und des Regierungsbezirks Schwaben. Gekleidet sind sie mit einem Gewand der Stadtund Landbevölkerung aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Wenn die Fahnen in Bewegung sind, dann gibt es ein imposantes Bild.
































