Mittelalterliches Treiben in der Stadt
29.09.2008. Der Bürgerverein MAG hat zum dritten historischen Markt nach Großbottwar eingeladen. Zwei Tage lang haben Ritter und andere Gestalten den Stadtkern beherrscht. Beim dritten mittelalterlichen Markt haben sich rund 10 000 Besucher auf eine Reise in die Vergangenheit begeben. Dabei sind sie Gauklern, Edelmännern und Händlern begegnet.
Mitten auf dem Marktplatz in Großbottwar werden die Umstehenden Zeugen eines Schwerterkampfes. Zwei Männer fechten. Die Waffen klirren, sobald sie aufeinandertreffen. Angst hat jedoch keiner der Schaulustigen: Die Szene ist Teil eines inszenierten Ritterkampfes, deren duellierende Protagonisten lediglich Schauspieler sind.
Auch beim dritten mittelalterlichen Markt soll eine möglichst authentische Atmosphäre im Großbottwarer Ortskern herrschen. Der Bürgerverein Miteinander attraktives Großbottwar (MAG), der das Ereignis auf die Beine stellt, hat erneut keine Kosten und Mühen gescheut, damit die 10 000 Besucher das Mittelalter erneut hautnah erleben können. Im Vergleich zum vergangenen Markt, bei dem rund 50 Händler und Künstler zum Gelingen beigetragen haben, habe sich die Zahl der Teilnehmer erhöht, erzählen Daniela Häfner und Antje Roh. Die beiden Frauen gehören zur Projektgruppe unter der Leitung von Daniela Majer. Das zehnköpfige Team ist für die Hauptorganisation zuständig, wenn auch der ganze Verein an einem Strang ziehe, erzählt der Vorsitzende Peter Traa. Aber nicht nur mehr Schausteller tummeln sich in den Gassen: auch die Anzahl der Besucher, die gewandet auf dem Markt flanieren, ist deutlich höher als in den vergangenen Jahren. Zu ihnen gehören Melanie Hallama und ihre kleine Tochter Lea. Beide tragen ein Wams aus dunklem Fell. "Wir sind zum ersten Mal auf diesem mittelalterlichen Mark", erzählt die Großbottwarerin.
Kerstin Seemüller und ihre Töchter Jessica und Marie führen ihre schicken Gewänder zur Schau. Die neunjährige Jessica trägt ein weinrotes langes Kleid und einen Kranz im Haar - genauso wie ihre gleichaltrige Freundin Sarah. Besonders spannend finden die Kinder das Riesenrad. Zwei junge Männer kurbeln eifrig, um das Holzrad zu bewegen. Fröhlich jauchzend genießen die kleinen Besucher die Runden.
Viel zu sehen gibt es an den Ständen. André der Sattler wartet auf Kundschaft: Der Handwerker bietet unter anderem Sattelzeug feil. Viele Besucher wollen ihre Kräfte beim Bogenschießen messen. Andere kaufen lieber filigranen Silberschmuck, Amulette und frische Kräuter. Am Badezuber können die Mittelalter-Fans einem Schauspieler beim Baden zuschauen oder selbst ins lauwarme Nass eintauchen.
Auf der Bühne am Rathaus unterhalten unter anderem die Gruppen Camino Tres und die Geyers um den Sänger Thomas Roth die Zuhörer mit typischen mittelalterlichen Klängen. Die Theatergruppe des MAG tritt nicht nur mit dem Schwank "Der Rossdieb zu Großbottwar" auf, sondern sorgt auch für so manche Überraschung bei den nächtlichen Stadtführungen. "Wolfgang Link und ich spielen zwei Betrunkene, die aus der Kneipe rausfliegen", erzählt Traa schmunzelnd. Überhaupt seien die Nachtführungen sehr lebendig, da verschiedene Einlagen gezeigt werden.
"Auf dem Markt gibt es Kultur und Schlemmereien", zählt Traa weiter auf. So lassen sich die einen ofenfrische Riesenbrezeln oder knuspriges Stockbrot schmecken, während die anderen lieber zu süßem Dattel- oder Pistaziengebäck greifen. Den Durst löschen die Besucher des Mittelalters mit Met oder frisch gepresstem Apfelsaft.
Die Organisatoren sind zufrieden mit der Veranstaltung. Besonders gut kommt die Umgebung an. "Die Kulisse der Großbottwarer Altstadt ist Inspiration für Aussteller und Darsteller", sagt Peter Traa.
































