So richtig zum Gruseln
23.09.2010. Geheimnisvoll und düster wird es beim Historischen Markt, wenn am Samstagabend die Nachtwächter Friedrich und Johann ihre Gäste durch die Gassen der Altstadt führen. Da begleiten dann auch Gestalten aus der Vergangenheit das Geschehen.
Die Theatergruppe des Vereins Miteinander Attraktives Großbottwar (MAG) lässt auf dem Weg in die Vergangenheit eine alte Bottwartaler Geschichte wieder aufleben. Ähnlich wie die heutigen Fernsehkrimis hatten einst von Mund zu Mund weitergegebene unheimliche Geschichten ihren Reiz. Bei einer dieser Erzählungen spielte ein Mann namens Jakob Friederle eine wichtige Rolle. Er war so populär und geheimnisumwittert, dass es sogar einen Vers gab, den sich die Kinder beim Spielen einander zuriefen: „Jakob Friederle, was ist das? Ist kein Fuchs und ist kein Has’! Ist geboren ohne Haut, kann doch schreien überlaut!“ Jakob Friederle soll nach seinem Tod immer noch nicht zur Ruhe gekommen sein und nachts als Geist laut schreiend durch den Hardtwald spuken. Sein Schicksal, das die MAG-Theatergruppe in Szene setzt, beschäftigt noch immer die Gemüter.
Barbara Hlauschka-Steffe aus Kleinbottwar hat sich nun auf die Spur der historischen Gestalt begeben. Einer Überlieferung nach war Jakob Friederle, von dem nur diese beiden Vornamen bekannt sind, im 18. Jahrhundert ein Fuhrmann und Händler. Er soll sich im Kälblingswald aus Verzweiflung erhängt haben, weil Waren, die er für einen Heilbronner Kaufmann nach Backnang transportieren sollte, bei einem Unfall unbrauchbar geworden waren und er nicht wusste, wie er den großen Schaden ersetzen sollte.
In einer anderen Version der Geschichte wird Frie-derle zum Mörder und verliert dabei sein Leben.
Man sagt ihm nach, dass er im Wald einen Mann, der gerade eine Kuh verkauft hatte, erschlug und beraubte. Aufgebrachte Bürger, die den Mörder nachts schlafend im Wald fanden, fackelten nicht lange und hingen den Verbrecher kurzerhand an einer Eiche auf.
Die Stelle im Wald, wo er begraben sein soll, blieb unter dem Namen „Grab Jakob Friederles“ bekannt. Ganz genau weiß man allerdings nicht, ob Jakob Friederle wirklich gelebt hat oder nur die Gestalt aus einer Sage ist. Manches, was man ihm zuschreibt, erinnert an die Taten des berüchtigten Rössleswirts, der ebenfalls im 18. Jahrhundert in und um Großbottwar sein Unwesen trieb. Auf alle Fälle dürfte der Blick ins wilde Räuberleben vergangener Zeiten interessant sein. Zum Ausklang gibt es einen Schoppen Wein in geselliger Runde in der Ritterschenke.
Info: Die jeweils einstündigen Nachtwächterführungen finden am Samstag, 25. September, um 19.30, 20, 21 und 21.30 Uhr statt. Karten zu je sieben Euro gibt es bei Beate Lutz, Bottwartal-Souvenirs, Hauptstraße 34, 71723 Großbottwar, Telefon (07148) 160761, info@bottwartal-souvenirs.de.
































